Macht und Gewalt

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In vielen Machttheorien des 20. Jahrhunderts werden Macht und Gewalt analytisch unterschieden und als Gegensätze dargestellt, so besonders prominent in den Machttheorien von Hannah Arendt, Michel Foucault und Niklas Luhmann. Macht gilt demnach als Ausdruck eines Interaktions- und Kommunikationsverhältnisses, in dem alle Beteiligten handlungsfähig sind. Gewalt dagegen ist ein Wirkungsverhältnis, das die Handlungsfähigkeiten auf der Seite der von Gewalt Betroffenen radikal zerstört und den Menschen, in den Worten von Simone Weil, zu 'einer Sache' macht.

In meinem Vortrag werde ich in einem ersten Schritt aufzeigen, wie sich diese begriffliche Unterscheidung von Macht und Gewalt im Anschluss an Hannah Arendt genauer verstehen und nachvollziehen lässt. In einem zweiten Schritt werde ich fragen, ob sich die Trennung von Macht und Gewalt tatsächlich so rigoros halten lässt und inwiefern sich Macht und Gewalt in konkreten politischen und sozialen Zusammenhängen wechselseitig ergänzen und stützen können. Ich plädiere dafür, dass es gerade die Gewaltförmigkeit von Machtverhältnissen ist, die wir aus sozialphilosophischer Perspektive in den Blick nehmen und kritisieren müssen.

Eintritt:

für Mitglieder der GAD und des entresol sowie für Studierende gratus. Nichtmitglieder: Fr. 20.--.

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