"Hellhörigkeit": Klärung eines Grundbegriffs der daseinsanalytischen Psychopathologie

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Auf dem Begriff der Hellhörigkeit" basiert der existenzial-hermeneutische Zugang zu psychopathologen Phänomenen. Es kommt also viel darauf an, ihn exakt zu verwenden und nicht zu meinen, man könne das auch umgangssprachlich ab und zu verwendete ort "hellhörig" einfach mit eigenen Phantasien füllen. Darum ist dieses Tages-Seminar der Klärung dieses Begrifffs gewidmet. Geklärt werden soll erstens sein philosophischer Ort, der sich nur mittels einer (kritischen) Erweiterung des Entweder - Oder von Heideggers "Eigentlichkeit" und "Uneigentlichkeit" ergibt. Daran anschliessend begeben wir uns auf die bene der Psychologie und Psychopathologie und fragen, wo hier der Begriff der Hellhörigkeit seinen Ort hat. Es geht dabei vor allem um die Frage, ob er sich den medizinischn Leitkategorien "gesund und "krank" einfügen lässt. Gibt es auch eine "gesunde", ja gar "reife" Hellhörigkeit, wie Toni Brühlmann noch kurz vor seinem Tod angeregt hat? Oder ist "Hellhörigkeit" als solche schon ein pathologisches Phänomen, weshalb seelisch Leidende aufgrund ihrer Hellhörigkeit gar nicht "am eigenen Sein", sondern nur an einem negativen Zerrbild des Mensch-Seins leiden? Ich versuche zu begründen, warum der Begriff der "Hellhörigkeit"jenseits der medizinischen Leitkategorien gesund und krank seinen Ort hat und warum er nur so platziert einen verstehenden (statt beschreibend-urteilenden) Zugang zu seelischem Leiden ermöglicht.

Bitte Heideggers Sein und Zeit mitbringen.

Anmeldung: alice.holzhey@bluewin.ch

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